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1.2 Mahlbarkeit von ZementklinkerDie Mahlbarkeit eines Klinkers wird durch dessen chemische und mineralogische Zusammensetzung beeinflusst.
Mit zunehmender Feuchtigkeit des Klinkers wird dessen Mahlbarkeit erschwert. Hüttensand ist schwerer mahlbar als Klinker, liegt also bei gemeinsamer Mahlung in gröberer Fraktion vor. Deshalb wird heute der Hüttensand häufig getrennt gemahlen. [3] 1.3 Zweistufige Zerkleinerung des RohzementesDer Zementklinker lag in seiner ursprünglich kugeligen Form mit einem maximalen Durchmesser von 6 cm als Ausgangsmaterial vor. Da für die Kugelmahl-Sicht-Anlage ein Größtkorn von 4 mm angestrebt wird, wurde zunächst eine Vorzerkleinerung mit dem Backenbrecher und eine Nachzerkleinerung mit dem Walzenbrecher durchgeführt. Danach erfolgte eine Absiebung bei 4 mm, wobei der Rückstand wiederum dem Walzenbrecher zugeführt wurde. Den geschilderten Ablauf soll folgendes Schema verdeutlichen. Abb. 2: Schema der zweistufigen Zerkleinerung Da verschiedene Untersuchungen am Aufgabegut durchgeführt werden
mussten, 1.3.1 Probenahme aus HaldenAllgemein ist eine Probenahme von Hand nur im oberflächennahen Bereich möglich. In einer kegelförmigen Aufschüttung von feiner Gesteinskörnung mit einer annähernd runden Basis, in der keine regelmäßigen Entmischungsmuster vorkommen, ergibt sich die Mengenverteilung wie in Abb. 4 dargestellt. Deshalb sind 19 mal mehr Einzelproben aus dem unteren Drittel der Aufschüttung und 7 mal mehr aus dem mittleren Drittel als aus dem oberen Drittel zu entnehmen. Abb. 4: Probenahme Abb. 3: Volumenverteilung Damit das Herabfallen von Oberflächenmaterial in die Aushöhlung vermieden wird, treibt man ein Brett oder eine Metallplatte an der geeigneten Stelle in die Aufschüttung (Abb. 3), um dann darunter eine Einzelprobe zu entnehmen. Die Oberfläche der Aufschüttung wurde vor der Entnahme bis zu einer Tiefe von mindestens 2 mal Größtkorn abgeschält.[8] 1.3.2 Aufgabegut für den BOND-TestFür den BOND’schen Mahltest wird ein Aufgabegut der Körnung < 3,15 mm verlangt. Aus diesem Grunde wurde bei 3,15 mm abgesiebt und der Siebrückstand im Laborwalzenbrecher (Abb. 5) zerkleinert. Anschließend erfolgte wiederum eine Absiebung bei 3,15 mm. Dieser Vorgang wurde solange wiederholt, bis das Größtkorn des gesamten Probegutes 3,15 mm betrug. Abb. 5: Laborwalzenbrecher Die auf die erforderliche Korngröße zerkleinerte, getrocknete Probe wurde
anschlie- Abb. 6: Homogenisierungsmaschine 1.4 SiebanalyseDie Ausgangsstoffe für den BOND’schen Mahltest und die Kugelmahl-Sicht-Anlage wurden einer Siebanalyse unterzogen. Dazu wurden folgende Siebreihen verwendet:
Tabelle 1: Siebreihen 1.4.1 DurchführungDie Prüfsiebböden wurden nacheinander auf der Siebmaschine (Abb. 7) zusammengesetzt und die zu analysierende Probe auf das obere Sieb gegeben. Anschließend wurde der Siebturm mit einem Deckel verschlossen und in der Siebmaschine eingespannt. Abb. 7: Siebmaschine Jeder Ausgangsstoff wurde 20 min gesiebt, anschließend erfolgte eine Nachsiebung per Hand, bis kein Siebdurchgang mehr zu verzeichnen war. Die Massen der Siebrückstände wurden ermittelt und für jede Korngröße der Durchgang in Massenprozent errechnet. 1.4.2 Ergebnisse der KorngrößenanalyseAnalyse 1: Zementklinker als Aufgabegut für die Kugelmahl-Sicht-Anlage
Tabelle 2: Durchgangswerte des Aufgabegutes der KMSA Abb. 8: Durchgangskennlinie des Aufgabegutes der KMSA Da die grafische Auswertung der Siebanalyse mit der Software PMP-Compact durchgeführt wurde, konnte auch gleichzeitig die Korngröße bei 80 % Durchgang mit Hilfe des Computers ermittelt werden. d80 = 2158,64 µm 16 Analyse 1: Zementklinker als Aufgabegut für den BOND’schen Mahltest
Tabelle 3: Durchgangswerte des Aufgabegutes für den Mahltest Abb. 9: Durchgangskennlinie des Aufgabegutes für den Mahltest d80 = 2093,00 µm 1.5 Bestimmung der Korngrößenverteilungen der Mahlprodukte Da die Mahlprodukte der Kugelmahl-Sicht-Anlage eine sehr hohe Feinheit besitzen, ist eine herkömmliche Siebanalyse mit Sieben unzweckmäßig. Daher wurden die Korngrößenanalysen der Mahlprodukte mittels Laserbeugung mit einem Lasergranulometer COULTER LS 230 (Abb. 11) im Korngrößenlabor der Professur „Aufbereitung und Wiederverwertung von Baustoffen“ durchgeführt. Die Laserbeugungsanalyse ist ein Verfahren, welches als Partikelmerkmal die Beugung von monochromatischem Licht nutzt. Beim Auftreffen einer Lichtwelle auf ein Teilchen einer bestimmten geometrischen Abmessung und eines bestimmten Brechungsindexes tritt eine teilweise Ablenkung des Lichtes ein (siehe Abb. 10). Das durch ringförmige Detektoren in der Brennebene einer Optik erfasste Beugungsspektrum charakterisiert die Korngrößenverteilung. Dabei können auch Teilchen im Kollektiv, d.h. im Partikelstrom, analysiert werden. Mit dem Laserbeugungs-Sizer LS 230 können Proben in sehr kurzen Messzeiten in einem Messbereich von 0,04...2000 µm analysiert werden. Die Messergebnisse werden mit einem eingebauten Mikroprozessor als Volumen-Verteilung berechnet und können mittels entsprechender EDV weiter verarbeitet werden. Die Analyseergebnisse der Messungen sind in den Anlagen abgelegt. |
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