0 Einleitung
Bei der Aufbereitung von Rohstoffen ist es wichtig, auf
Wirtschaftlichkeit und Produktivität zu achten. Um hier optimale Ergebnisse bei
der Auswahl der eingesetzten Anlagen und der Einstellung der Anlagenparameter zu
erreichen, ist es sinnvoll sich bestimmter Hilfsmittel zu bedienen. Solche
Hilfsmittel sind u.a. die Modellierung und Visualisierung von
Aufbereitungsprozessen. Auf beide soll im folgenden eingegangen werden.
Als Beispiel für die mathematische Modellierung wurde versucht, ein Modell
für die Kugelmahl-Sicht-Anlage zu erstellen, welche sich im
Aufbereitungstechnikum der Professur „Aufbereitung und Wiederverwertung von
Baustoffen“ befindet. Als Hilfsmittel fungiert hier das Softwareprodukt
PMP–Compact der Firma GRAINSOFT. Gerade bei der Kugelmahl-Sicht-Anlage ist es
wichtig, ein Mahlprodukt mit bestimmten granulometrischen Parametern und
geringem versuchstechnischem Aufwand zu erreichen, da Fehlversuche im Vorfeld
oft sehr teuer und zeitaufwendig sind. Durch die Modellierung der Anlage kann es
erreicht werden, dass am Computer verschiedenste Testdurchläufe realitätsnah
durchgeführt werden, um damit Anlagenparameter zu errechnen, die zu dem
gewünschten Produkt führen. Dadurch soll die Anzahl aufwendiger praktischer
Versuche auf ein Minimum begrenzt werden. Die Nachbildung von Zerkleinerungs-
und Klassiermaschinen mit Hilfe von mathematischen Modellen setzt voraus, dass
die theoretischen Grundlagen für die in den Arbeitsräumen ablaufenden Prozesse
ebenso bekannt sind, wie die Größe der Bereiche, in denen die Modelle Gültigkeit
besitzen. Ziel der mathematischen Modellierung ist es, mit Hilfe bekannter
theoretischer Grundlagen einen qualitativen Zusammenhang der bestimmenden Größen
mit einem oder mehreren Gleichungssystemen zu schaffen. Die damit erhaltenen
Gleichungen bzw. Gleichungssysteme sind wichtige Voraussetzungen für die
Auslegung von Maschinen und Anlagen, verfahrenstechnische Prozessführung sowie
Optimierung und Automatisierung von Prozessen. Deshalb müssen Prozess-,
Maschinen- und Anlagenmodellierung stets als Einheit betrachtet werden, auch
wenn für den Prozess, die Maschine oder Anlage verschiedentlich unterschiedliche
Zielstellungen verfolgt werden. [1,2]
Bei der visuelle Modellierung geht es um die durch Animationen
veranschaulichte Darstellung von Funktionsweisen und Abläufen in
Materialverarbeitungsmaschinen und – verfahren auf dem Computer. Damit werden
moderne, auf elektronischen Medien beruhende Lehrmittel für die Aus- und
Weiterbildung bereitgestellt. Gegenüber Schemaskizzen, Fotos und Videos, die
gegenwärtig für die Darstellung der Funktionsweisen von Maschinen verwendet
werden, wird dadurch ein wesentlicher Fortschritt hinsichtlich der
Anschaulichkeit und Verständlichkeit erreicht. Die visuelle Modellierung
(e-processing) bietet außerdem den Vorteil, den Informationsgehalt von
Darstellungen auf dem Sektor der Verfahrenstechnik essentiell zu verbessern. Die
Softwaremodule zu technischen Prozessen, die entwickelt und in Vorlesungen oder
für Vorträge ebenso wie als Anlage in Fachbüchern Verwendung finden können,
stellen eine völlig neue Qualität bei der Prozessdarstellung dar. Sie
beschränken sich nicht auf die Wiederholung vorhandener Texte und Bilder auf den
neuen Medien, sondern nutzen die Möglichkeiten dieser Medien zu bewegten,
animierten Prozessdarstellungen.
Für Anlagenhersteller besteht mit e-processing darüber hinaus die
Möglichkeit, dass die Funktionsweise einer Anlage schnell und unkompliziert
präsentiert und dargestellt werden kann. Die Hauptidee von e-processing ist die
Animation. Hierdurch können komplexe und schwer nachvollziehbare technische
Prozesse mit Hilfe von bewegten Bildern anschaulich dargestellt werden.
E-processing bringt in didaktischer Hinsicht wesentliche Vorteile gegenüber der
Anwendung von Videos, da bei der Animation schematisiert wird und nur
wesentliche Elemente zur Verdeutlichung der Funktionsweise dargestellt werden.
Zusätzlich können notwendige Informationen bereitgestellt werden, wie z.B.
Bauteilbeschreibungen, Eigenschaften, Beispiele etc. Prinzipiell kann
e-processing in allen Bereichen der Ausbildung eingesetzt werden und besonders
dort, wo schwer nachvollziehbare technische Abläufe und Verfahren erklärt werden
müssen. Erste Module sind unter
http://www.uni-weimar.de/Bauing/aufber/e-processing/e-processing.htm einsehbar.