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Modellierung von Aufbereitungsprozessen
Modellierung der Kreislaufmahlung mit PMP-Compact
Analyse und Erstellung der Modelle
Erstellung des Mühlenmodells
Erstellung des Klassiermodells
Testsimulationen und Anwendung des Modells
Zusammenfassung

1.4. Erstellung des Klassiermodells

Da in der Kugelmahl-Sicht-Anlage ein Sichter und ein Zyklon integriert sind, werden in der Simulation zwei Klassiermodelle benötigt.

Klassierprozesse werden in PMP-Compact durch Trenngrade oder standardisierte Trenngrade charakterisiert, die Basisdaten der Klassierobjekte darstellen. Verknüpft damit sind verschiedene Kenngrößen zur Charakterisierung des Klassiervorgangs und der Klassierergebnisse sowie allgemeine Angaben. Um nun ein Modell des Sichters erstellen zu können, wird wie bei der Erstellung des Mühlenmodells vorgegangen. Im Programm wird die Analyse für Klassierprozesse gestartet und die Messwerte für die Partikelgrößenverteilung und die Stoffströme der Sichteraufgabe und der Produkte eingegeben. Als Ergebnis erhält man die Trenngrade, die in Abhängigkeit von der Partikelgröße erreicht werden. Die mathematische Formulierung durch die modifizierte Plitt-Funktion und deren Parameter sieht wie folgt aus:


T0 ( plitt) Teilungsmenge (unklassierter Anteil, toter Fluss, Bypass)
xT ( plitt) Trennkorngröße
x0 ( plitt) Scheitelpunktskorngröße der Plitt - Funktion
delta ( plitt) Steigungsexponent der Plitt – Funktion

Um am Beispiel der Altbetonmahlung zu zeigen, wie eine solche Analyse aussieht, wurden in Abb. 5 die Verteilungssummenkurven des Aufgabeguts und der Produkte des Sichters und in Abb. 6 die analysierte Plitt–Funktion abgebildet. Hierbei handelt es sich um eine Sichterdrehzahl von 5000 U/min.


Abb. 5: Partikelgrößenverteilung der Abb. 6: Trennkurve des Sichters Sichteraufgabe und der Produkte

Da diese Funktion typisch für einen bestimmten Durchsatz und eine entsprechende
Sichterdrehzahl ist, müssen dem Klassierobjekt diese Werte zugewiesen werden. Der

Durchsatz wird automatisch durch das Programm in das Analyseobjekt eingetragen, der
Wert dafür wird aus den Ausgangsobjekten berechnet. Für die Sichterdrehzahl bedient
man sich wieder der Kenngrößenzuordnung, welche schon bei der Erstellung des Müh-
lenmodells verwendet wurde. Hierbei wird dem Objekt die Kenngröße
SICHTERDREHZAHL zugewiesen und die entsprechende Drehzahl eingetragen.

Um in der späteren Simulation beliebige Sichterdrehzahlen eingeben zu können, muss
aus mehreren Datensätzen ein standardisiertes Klassierobjekt berechnet werden. Für
diese Berechnung ist es vorteilhaft, wenn eine ganze Reihe von Einstellungen des
Klassierers analysiert werden, die eine konstante Abstufung der Sichterdrehzahl auf-
weisen. Dieser Vorgang benötigt mindestens drei Klassierobjekte, je höher aber die An-
zahl ist, um so größer ist die Genauigkeit des standardisierten Klassierobjektes.

Die Zusammenfassung der Abhängigkeit zwischen Sichterdurchsatz, Sichterdrehzahl,
Trennkorngröße und Teilungsmenge erfolgt wiederum durch einen Potenzproduktan-
satz. Dabei sind die Sichterdrehzahl und der Durchsatz Einflussgrößen im Potenzpro-
duktansatz, wobei Teilungsmenge und Trennkorngröße Ergebnisgrößen sind.
In Abb. 7 ist die Abhängigkeit der Trennkorngröße von der Sichterdrehzahl am Beispiel
der Altbetonmahlung durch einen Potenzproduktansatz dargestellt.

Bei der Erstellung des Zyklonmodells ist die Vorgehensweise identisch der Erstellung
des Sichtermodells, wobei in diesem Fall natürlich keine Einflussgröße „Drehzahl“ exis-
tiert.


Abb. 7: Abhängigkeit der Trennkorngröße von der Sichterdrehzahl



 
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