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1. Einleitung Die Dispersität ist eines der wichtigsten physikalischen Merkmale von Feststoffen. Sie kann mit Zustandsgrößen wie Korngröße, Kornform, Dichte, Konzentration sowie Zusammensetzung der dispersen Phase bzw. des umgebenden Mediums beschrieben werden. Innerhalb dieser Größen nimmt die Korngröße und deren Verteilung eine Schlüsselstellung ein. Einerseits werden wichtige Eigenschaften wie die Reaktivität, die Packungsdichte, der Aufschlussgrad und die Homogenität von Stoffgemischen von diesem Parameter beeinflusst. Andererseits lässt sich am ehesten die Korngröße gezielt verändern, um bestimmte Feststoffeigenschaften zu erreichen. 1. Introduction Dispersity is one of the most important physical features of solids. It can be described by properties of state, such as particle size, grain shape, density, concentration as well as the composition of the disperse phase or the circumambient medium of which the particle size and its distribution rank highest. On the one hand, essential properties, such as the reactivity, packing density, degree of decomposition and homogeneity of mixtures of materials are influenced by this parameter. On the other hand, it is the particle size which can most easily be changed in a carefully controlled way to achieve certain solid properties.
Seit den Anfängen der Aufbereitung wird der beschriebene Sachverhalt vielfach genutzt. Dabei stand zunächst die Zerkleinerung von Rohstoffen und Zwischenprodukten im Vordergrund. Heute sind als weitere Stoffgruppe Abfälle hinzugekommen. Die Tendenz geht dahin, dass die Aufmahlung sich zu immer feineren Produkten hin verschiebt, wenn beispielsweise die Reaktivität der entscheidende Qualitätsparameter ist. Für die Herstellung von Feinststoffen ist die Frage nach der Größe des Energieeintrags in die Mahlung von großer Bedeutung, da sich letztendlich immer die Frage stellt, ob der Aufwand den erzielten Nutzen rechtfertigt. Diese Aspekte stehen im Mittelpunkt der folgenden Ausführungen, in denen über die Mahlung von Kalkstein, Zementklinker, Hüttensand, Altbeton und Ziegelbruch in einer Kreislaufmahlanlage berichtet wird. Zielstellung der durchgeführten Mahlversuche waren dabei die Ermittlung der erforderlichen spezifischen Zerkleinerungsenergie in Abhängigkeit von der erreichten Produktfeinheit und die verfahrenstechnische Modellierung der Anlage. In der Regel schlossen sich an diese kleintechnischen Versuche stoffliche Untersuchungen an, um Aussagen über die Veränderungen der Materialeigenschaften in Abhängigkeit von der erreichten Dispersität machen zu können. Erst die Verknüpfung zwischen dem notwendigen Zerkleinerungsaufwand einerseits und den resultierenden Produkteigenschaften andererseits, gestattet schlüssige Aussagen darüber, ob die durch eine Feinmahlung erreichten Vorteile den erhöhten Energieaufwand rechtfertigen. 2. Verwendete Versuchsanlage Im Aufbereitungstechnikum der Professur Aufbereitung von Baustoffen und Wiederverwertung an der Bauhaus- Universität Weimar wird seit 1997 eine kleintechnische Kreislaufmahlanlage betrieben. Mit dieser Anlage ist es möglich, unterschiedlichste mineralische Stoffe praxisnah zu Mehlen variabler Feinheit zu mahlen. Im Rahmen von Forschungsprojekten und studentischen Arbeiten wurde diese Anlage zur experimentellen Bestimmung der Mahlbarkeit von Rohstoffen und Zwischenprodukten der Steine- Erden-Industrie sowie von Recyclingmaterialien genutzt. Gleichzeitig dient die Anlage zur Herstellung von Probematerial für baustofftechnische Versuche. Bild 1 zeigt das Herzstück der Anlage – die Kugelmühle Super Orion 100/70 S.O mit einem Durchmesser von 820 mm, einer Länge von 700 mm, Drehzahl 32 U/min – und die Entnahmestutzen für das Mühlenausgangsmaterial (1), das Grobgut (2), das Feingut (3) und den Staub (4). Das Fließschema der Mahlanlage ist im Bild 2 dargestellt. Das Aufgabegut – hier ist aus technologischen Gründen eine Größtkornbegrenzung von 4 mm gegeben – wird aus einem Vorlagebehälter direkt in die Kugelmühle dosiert. Das Mahlgut durchläuft die Mahltrommel und wird dabei durch die Bewegung der Mahlkörper (Cylpebse) zerkleinert, bevor es über Schlitze in die weiterführende Förderrinne austreten kann. Über ein Becherwerk wird es dann dem Sichter zugeführt. Der Sichter ist ein Kanalradsichter 100 ATP mit horizontal gelagertem Sichtrad. Über die Drehzahl des Sichterrades, die zwischen 1150 und 11500 U/min stufenlos regelbar ist, können Trennkorngrößen von 4 bis 100 m und Massedurchsätze von 2 bis 50 kg/h erzielt werden. Während das Sichtergrobgut durch die Schwerkraft in die Mühle zurückläuft, wird das Feingut pneumatisch zur Vorabscheidung in den Zyklon transportiert. Der Feinststaub gelangt über Rohrleitungen in den Schlauchfilter und wird dort vom Luftstrom getrennt. Feingut und Filterstaub können jeweils unterhalb des Gerätes über Zellenradschleusen abgegriffen werden. Feinste Produktkorngrößen, die mit dem Zyklon nicht mehr abgeschieden werden können, fallen in der Filteranlage an. 40 (Volume 55) No. 8/2002 – ZKG INTERNATIONAL Since the beginning of preparation technology use has been made of these generally known facts in many cases. At first the comminution of raw materials and intermediate products was in the limelight. Today another group of materials has been added – waste. The tendency is spreading to grind finer and finer products if, for example, the reactivity is the decisive quality parameter. The question of the power requirement for grinding is of great importance for the production of very fine materials because, in the end, it is always a question of the input-output relation. These aspects will be described hereinafter focussing on the grinding of limestone, cement clinker, granulated blastfurnace slag, used concrete and broken bricks in a closed-circuit grinding plant. It was the aim of the grinding tests to determine the required specific size reduction energy depending on the product fineness achieved and to simulate the plant from the process engineering point of view. Usually material investigations followed these tests in the pilot plant in order to acquire knowledge of the changes of the material properties depending on the dispersity reached. Only linking up the necessary comminution expenditure, on the one hand, with the resulting product properties, on the other hand, allows logical conclusions to be drawn as to wether the advantages achieved by fine grinding justify the increased power consumption.
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