Home » Publikationen » Modellierung der Kugelmühle als Teilkomponente der Kugelmahl-Sicht-Anlage - Spezifische Oberflächen der Cylpebse- und Kugelmahlung
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Modellierung der Kugelmühle als Teilkomponente der Kugelmahl-Sicht-Anlage
Einleitung
Grundbegriffe der Modellierung
Grundbegriffe der Zerkleinerung
Theoretische Grundlagen
Prozessparameter von Mahlkörpermühlen
Zerkleinerungsgrad
Charakterisierung des Aufgabematerials und angewandet Verfahren
Charakterisierung des Aufgabematerials und angewandet Verfahren
Chemische Analyse
Bestimmung der Mahlbarkeit nach Bond
Bestimmung der spezifischen Oberfläche
Kugelmahl-Sicht-Anlage
Durchführung der Durchlaufmahlung
Chargenmahlung mit Cylpebsen
Versuchsauwertung der Chargenmahlung
Durchsätze der Cylpebse- und Kugelmahlung
Korngrößenanalyse der Cylpebse -und Kugelmahlung
Spezifische Oberflächen der Cylpebse- und Kugelmahlung
Modellierung der Kugelmühle
Zuordnen von Kenngrößen
Erzeugen der Ausgangsdaten zur Modellierung der Kugelmühle
Modellbildung mittels relativer Kornanreicherung
Modellbildung mittels relativer Kornanreicherung
Modellbildung mittels standardisierter Kornanreicherung
Modellierung der Mühle für den Chargenbetrieb
Chargenmahlung mit Cylpebsen
Chargenmahlung mit Kugeln
Modellierung der Durchlaufmahlung
Modellierung mittels x80-Wert des Aufgabegutes als Kenngröße
Zusammenfassung und Ausblick
Literaturverzeichnis

Abbildung 30: Durchgangskennlinien der Durchlaufmahlung mit Kugeln, s = 1,0 cm

5.2 Versuchsauswertung der Durchlaufmahlung

5.2.3 Spezifische Oberflächen der Cylpebse- und Kugelmahlung - 61

5.2.3 Spezifische Oberflächen der Cylpebse -und Kugelmahlung

Für die Bestimmung der spezifischen Oberflächen standen bei den Durchlaufmahlungen ausreichende Produktmengen zur Verfügung. Deshalb konnte von jedem Produkt die spezifische Oberfläche mittels PC-Blaine-Star ermittelt werden. Von jedem Versuch wurden mindestens zwei Proben mit konstantem Durchsatz analysiert. Die Protokolle zur Bestimmung der Spezifischen Oberfläche sind im Anhang VIII zusammengefasst. Die gemittelten Werte sind in Abb. 31 dargestellt. Es wird deutlich, dass bei allen Durchgängen mit jedem weiteren Durchlauf die spezifischen Oberflächen ansteigen. Der Oberflächenzuwachs ist bei den Kugelmahlungen (gelb und grün) größer als bei den Mahlungen mit Cylpebsen. Der für deutsche Normzemente untere BLAIN-Wert von etwa zwischen 3100 cm²/g [13] wird bei der Kugelmahlung bereits im zweiten Durchlauf überschritten (Abb. 31). Zum Erreichen dieses BLAIN-Wertes ist bei der Cylpebsemahlung ein weiterer Durchlauf nötig. Bei den Kugel- und Cylpebsemahlungen mit der kleineren Spaltweite s = 1,0 cm wurden ebenfalls größere Anstiege der spezifischen Oberfläche verzeichnet. Es zeigt sich, dass Produkte mit ähnlichen Korngrößenverteilungen auch ähnliche Spezifische Oberflächen besitzen, z.B. im 2. Durchgang der dritte und im Durchgang 1 der vierte Versuch. Weiterhin wird bestätigt, dass die Feinheit des Produkts V3 der Kugelmahlung aus dem ersten Durchgang und dritten Durchlauf (gelb) schon im zweiten Durchlauf des ersten Durchgangs (grün) erreicht wird. Die Kornform in Abhängigkeit von der Mahlkörper- bzw. Beanspruchungsart und deren Einfluss auf die spezifischer Oberfläche wurde nicht untersucht. Mit Hilfe der Ergebnisse aus den Untersuchungen der spezifischen Oberflächen können die Korngrößenanalysen bestätigt und untermauert werden.


Abbildung 31: Spezifische Oberflächen der Durchlaufmahlungen

5 Versuchsauswertung und Diskussion der Ergebnisse

5.3 Agglomeratbildung - 62

5.3 Agglomeratbildung

Im Gegensatz zur Kreislaufmahlung ist weder bei der Durchlaufmahlung noch bei der Chargenmahlung eine Sichtung des Mahlproduktes in den Prozess integriert. Ziel der Produktsichtung ist das Trennen von Produktmengenströmen in meist zwei Kornklassen. In der geschlossenen Kreislaufmahlung wird das der Anlage zugeführte Frischgut mit dem Grobgut-Rücklauf aus dem Klassierer vereinigt und auf die Mühle gegeben. Das Produkt gelangt zum Klassierer, der das noch nicht ausreichend vermahlene Gut und die entstandenen Agglomerate als Grobgut zur Mühle zurückverweist und das Feingut als Produkt der Kreislaufmahlung austrägt. Im Chargen- und Durchlaufbetrieb erfolgt aber keine Klassierung, wodurch die grobe Kornklasse im Produkt verbleibt. Mittels Stereomikroskop wurde das Produkt des zweiten Durchlaufs der Cylpebsemahlung mit s = 1,5 cm untersucht. Das Material wurde vor dem Betrachten bei 125 µm abgesiebt, um die groben Partikel deutlicher sichtbar zu machen. In Abbildung 32a sind Unterschiede im Habitus und Farbe der Partikel erkennbar. Im Gegensatz zum eher dunkleren, kubischen Frischgut besitzen die Agglomerate des Feingutes eine hellere, mehr plattige Erscheinungsform (siehe Abb. 32b).


32a) 32b)
Abbildung 32: Stereomikroskopische Aufnahme von Dm2C1,5 (> 125 µm)

Untersuchungen zur Agglomeratbildung in Abhängigkeit von der Betriebsweise der Mühle bzw. von der Mahlkörperart wurden nicht vorgenommen. Es können jedoch diesbezüglich Vermutungen für die Chargenmahlung aufgestellt werden. Abbildung 33 zeigt die Verteilungsdichtefunktionen der Chargenmahlungen nach vier Stunden Mahldauer. Nach dieser Beanspruchungsdauer ist damit zu rechnen, dass sowohl bei der Kugel- als auch bei der Cylpebsemahlung kein „Frisch“Gut mehr vorhanden ist. Außerdem wurde eine Zunahme der zuvor minimierten Anteile dieser Kornfraktion mit steigender Mahldauer registriert. Die groben

5 Versuchsauswertung und Diskussion der Ergebnisse

5.3 Agglomeratbildung - 63

Partikel der Produkte können demzufolge den Agglomeraten zugeordnet werden. Die Chargenmahlung mit Cylpebsen besitzt im grün markierten Korngrößenbereich der Abb. 33 zwischen 90 µm und 200 µm deutlich höhere Korngrößenanteile als die Chargenmahlung mit Kugeln. Laut HUSEMANN [10] müsste bei der Cylpebsemahlung die Neigung zur Agglomeration gemindert werden. Die im Durchschnitt größeren Mahlkörper der verwendeten Cylpebse-Gattierung, scheinen in den eigenen Versuchen jedoch eher die Agglomeration zu begünstigen.

Chargenmahlung Kugel-Cylpebse-Beziehung, t=4,0


0.010 0.1 1 10 100 1000 10000

Korngröße x / µm

Abbildung 33: Verteilungsdichtefunktion von CmK 4,0 und CmC 4,0



 
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